
Skurilles Viertel in Köln-Zollstock, ein Gewerbegebiet der besonderen Art. Die Bezeichnung der brasilianischen Favelas für die Gegend hat der Kölner Kabarettist Jürgen Becker erfunden. Hier wohnt zwar kaum einer, aber die zahlreichen Kleinbetriebe, Werkstätten und Händler scheinen zu funktionieren und zeigen sich in einer einfachen architektonischen Vielfalt. Verkauft werden vorwiegend bis 30 Jahre alte Autos, aber auch Motorroller und aktuell ein Motorboot. Auch mein erster VW Käfer Anfang der 70er Jahre stammt aus so einer Klitsche, wie es in Köln hieß und das ist nicht negativ gemeint, half es doch Leuten mit wenig Geld zu einem günstigen fahrbaren Untersatz. Der gebrauchte 30 PS Käfer hielt 15 Monate Bundeswehrzeit Köln-Nürnberg – Köln-Diepholz Sommer wie Winter.


Man beachte die C2 Corvette rechts oben.

Am Straßenrand erhebt sich ein Sammelsurium eingeschossiger Bauten, manche haben Wellblech-Flachdächer, manche erinnern an Schrebergarten-Lauben, andere sind einfache Ziegelbauten, in denen Werkstätten, Schrott- oder Baustoffhandlungen untergebracht sind. „Favelas“ eben, wie die Bezeichnung für wildwuchernde Elendsviertel am Rande von brasilianischen Großstädten genannt werden. Aktuell erleben die echten Favelas einen weltweiten Touristik-Boom. Letztes Jahr sollen 41.000 Touris mit Unterstützung von Drohnen diese Viertel besucht haben. Eine Groß-Stadt braucht eben auch das Grobe.

Offensichtlich sind auch die städtischen Ämter mit der gestalterischen Vielfalt einverstanden, umweltzerstörerische Dinge sind auf erstem Blick nicht zu erkennen.





Das spezielle Gewerbegebiet liegt am Höninger Weg ggü. einer Stadtbahnhaltestelle, die Seitenstraße hat die Bezeichnung Höninger Weg B – falls jemand ein gutes Auto braucht ?!

